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Analog statt Digital

Analog statt Digital

Analog statt Digital

Warum genau eigentlich verschmäht das radiohörende Volk den digitalen Wandel, der ihm seit Jahrzehnten offeriert wird? Weil es derzeit schlicht keine nennenswerten Vorteile für den Radiohörer gibt, von analog auf digital umzuschalten. Die Vorteile entstehen für die Programmmacher, für die Betreiber und Sendeanstalten, in Form von Kosteneinsparungen. UKW-Plätze sind begrenzt und teuer, digitales Radio macht das Senden langfristig günstiger. Der gemeine Radiohörer hat von der Umstellung bislang keine Vorteile.
Als Haupthindernis gilt, dass der analoge Radioempfang nach wie vor den größten Teil am Radioempfang ausmacht. Anders als beim Antennenfernsehen, das mit DVB-T relativ schnell komplett auf digitalen Empfang umgestellt werden konnte, sind UKW-Hörer keine Minderheit, sondern stellen die große Masse. Es gibt quasi keine Fahrzeuge und keine Haushalte, die nicht mindestens einen UKW-Empfänger in Betrieb haben. Eine echte Alternative zum UKW-Radio ist bislang glücklicherweise nicht in Sicht. Die Politik konnte daher gar nicht anders, als wieder zurückzurudern. Die angestrebte Analogabschaltung ist nun wieder auf Eis gelegt. Analoges Radio wird uns daher in Deutschland noch jahrzehnte erhalten bleiben.

Das schlagende Argument ist ja das Digitales Radio im Gegensatz zum Analogen UKW ohne Rauschen und Knistern zu hören ist. Ich vermute das hier die Werbemacher 60 Jahre verschlafen haben und das letzte mal 1950, als die UKW-Sender noch in den Kinderschuhen steckten, Radio gehört haben! Oder vielleicht noch nie bewusst??
Warum wohl klingt der gute alte Plattenspieler (sieht mann einmal vom Kratzen und Knacken ab, da die Platten ja auch nicht mehr die Jüngsten sind) und die Bandmaschiene noch am besten? Warum haben Gitarren und Bühnenverstärker Röhrentechnik? Digital fehlt eben die Kraft. Am Ende bleibt doch nur glasklare Blechdose. Da nützt auch Werbung mit intergalaktischen Hallgenerator nichts.

Am Ende wird doch alles im Groben beim alten bleiben, zumindest für die nächsten hoffentlich Jahrzehnte. Und das ist auch gut so!

Übrigens fand im Jahr 1925, ganz in der Nähe unseres kleinen Ladens, zwischen Jena und Kahla die erste UKW-Übertragung durch den Physiker Professor Abraham Esau statt.